Am 18.10.2024 begann um 20:51 Uhr ein langwieriger und außergewöhnlicher Einsatz, der bis zum späten Nachmittag des nächsten Tages andauern sollte. Nach einer Bluttat in Gösting, einer Katastralgemeinde von Zistersdorf, soll sich der Täter vermutlich in einem Wohnhaus in Gösting verschanzt haben.
Da die Möglichkeit besteht, dass der Täter auch Zugang zu Sprengstoff und im schlimmsten Fall auch radioaktivem Material gehabt haben könnte, werden umliegende Wohnhäuser von der Polizei evakuiert, für die Evakuierten wird in Zistersdorf von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Gemeinde ein Notschlafplatz eingerichtet.
Auf dem Gelände des Lagerhauses in Zistersdorf wird die Einsatzleitung der Polizei und der anderen Blaulichtorganisationen aufgebaut. Unzählige Spezialeinheiten der Polizei aus ganz Österreich sind vor Ort. Aufgrund der Möglichkeit einer chemischen und radioaktiven Gefährdung, wird von der Polizei ein Strahlenschutzzug der Feuerwehr angefordert.
Um 22:59 erfolgt die Alarmierung des Strahlenschutzzuges sowie des Strahlenschutzsonderdienstkommandos der Feuerwehr. Weiters wird der Dekozug Poysdorf alarmiert. Gemeinsam mit Strahlenschutzexperten der Polizei wird in einem Zelt für die Lagerung von Baustoffen eine komplette Dekostraße aufgebaut, um Beamte, die im Einsatz verletzt werden "abspüren" (Messung radioaktiver Strahlen) und dekontaminieren zu können.
Von der FF-Zistersdorf wird der Polizei ein Logistikfahrzeug zur Verfügung gestellt, falls noch Fahrzeuge für den Abtransport benötigt werden. Weiters wird das Tanklöschfahrzeug am Sammelplatz Lagerhaus bereit gestellt. In der Nacht kommt es beim Vorgehen von Cobra Beamten zu einer Explosion, die vermutlich vom Tatverdächtigen ausgelöst wurde. Der Ernsfall für die Dekostraße tritt nun in Kraft.
Ein schwerverletzter und ein leitverletzter Beamter werden auf eine mögliche Kontamination geprüft, wobei zum Glück Entwarnung gegeben werden kann. Der schwerverletzte Beamte wird vom Roten Kreuz versorgt und vom Rettungshubschrauber in ein Spital geflogen.
Zu diesem Zeitpunkt ist nun klar, dass sich der Verdächtige in einem Weinkeller verschanzt hat. In den Morgenstunden wird die gesamte Einsatzleitung zum Roten Kreuz verlegt, die Dekostraße wird abgebaut und in der Halle des Feuerwehrhauses wieder aufgestellt. Am Nachmittag des 19.10.2024 wird nach dem Zugfiff auf den Weinkeller eine tote Person vorgefunden.
Es wird vermutet, dass es sich um den Täter handelt. Für die FF-Zistersdorf und die Spezialeinheiten der Feuerwehr endet der Einsatz am späten Nachmittag, die Dekostraße kann abgebaut werden.
Am Rande: Während unseres Einsatzes werden wir zu einer Türöffung in Zistersdorf (Einsatz konnte bei der Anfahrt storniert werden.) und einem TUS Alarm im Pflege- und Betreuungszentrum alarmiert. Im Pflegeheim konnte rasch Entwarung gegeben werden. Ein Druckknopfmelder, der unbeabsichtigt ausgelöst worden war, hatte für den Brandalarm gesorgt.
Wir danken den Blaulichtorganisationen und an allen am Einsatz beteiligten Helfern für die hervorragende Zusammenarbeit und die Unterstützung!






